Bei Massage denkt man an gnadenlose Orthopäden. Bei Tantramassage denkt man: was ist das denn? Selten war unsere Redakteurin Charlotte Freud von Kollegen so umschwärmt, wie nach ihrer Rückkehr von ANANDA, der Tantramassage-Praxis in Köln. Hier kommt ihr schonungsloser Bericht.
Massage für Yoni und Lingam: ein Erlebnisbericht von Charlotte Freud
Interview mit Tantra-Masseurin Michaela Riedel
Beitrag über die Lingam-Massage von Matthias Schmitz
Massage für Yoni und Lingam: Erlebnisbericht
Mühlheim liegt in Eurasien
Mit nichts als einem hauchdünnen Kimono bekleidet stehe ich im Raum. Claudia umfasst mich von hinten und wiegt mich sanft hin und her. Mit Federn, Waschlappen, Schwämmen und immer wieder ihren kundigen Händen behandelt sie erst meinen stressgepeinigten Rücken und später Beine, Bauch und Brüste. Dann zieht sie in Zeitlupe hauchzarten Seidenstoff über meinen Körper. Das ist genau, was ich mir immer gewünscht habe, wenn ich mit Verspannungen beim Orthopäden war - und was ich nie bekommen habe. Von meinem herzlosen, gestressten Partner ganz zu schweigen.
Spätestens als Claudia selbst nur noch ein Höschen anhat und meine Brüste mit warmem, ätherischen Öl massiert, habe ich mir mindestens drei Männer vorgestellt, gegen die ich sie auf der Stelle eintauschen würde.
Aber halt, stopp! Erstens geht es hier nicht um ein erotisches Abenteuer und zweitens ist ja gerade das der Kern der Tantramassage: nicht auf den Höhepunkt kommt es an, sondern auf das sinnliche Erleben von Berührungen und Zärtlichkeit. Nicht das Hecheln zur Zielgeraden, sondern: der Weg ist das Ziel.
Aber um sich nackt ausziehen, sich einfach gehen zu lassen, braucht man doch Vertrauen und Zuneigung, oder? Die Kontrolle über meinen Körper in die Hände einer fremden Frau geben? Und diese kleine, ruhige und fast unscheinbare Frau, die mich da streichelt, knetet und massiert, habe ich vor zehn Minuten zum ersten Mal gesehen. In meinem Kopf wechseln sich "Lass dich gehen!", "Denk' einfach an nichts!" und "Irgendwie schon komisch!" ab. An mangelndem Ambiente kann es nicht liegen: Altbau mit Dielenboden, viele Pflanzen, geschmackvolle Einrichtung, sanft säuselnder Musikteppich.
Wo ich bin? In einem Tantramassage-Studio. "ANANDA", Untertitel "Kunst der Berührung" liegt im Kölner Stadtteil Mülheim und bietet ganzkörperliche erotische Massage. Der Intimbereich wird je nach Vorabsprache mit einbezogen. Ich habe mich weder für "ja" noch "nein", sondern für ein klares "vielleicht" entschieden. Schließlich komme ich in diese Praxis wie die Jungfrau zum Kinde und weiß nur sehr ungefähr, was mich erwartet.
Klar, unter einer Massage kann ich mir etwas vorstellen, aber was bitte ist die Yoni-Massage? Aha, eine weibliche Genitalmassage. Was wird passieren? Werde ich zurückzucken und rufen: "Aufhören, Finger weg!" oder werde ich grübeln, was ich meiner Mutter zum Sechzigsten schenken soll? Der gespannte Leser ahnt es schon: weder noch.
Tiefenentspannt nach einer vollen Stunde Streicheleinheiten und mit allen Sinnen bereit für DAS Erlebnis nicke ich auf die Frage nach dem "ja" oder "nein".
Was dann folgt, ist perfekte, geschmeidige Technik. Sanft und mit geölten Händen nähert sich die Tantra-Masseurin über die Innenseiten meiner Schenkel meiner Yoni. Erst massiert sie eine Schamlippe, dann die andere, während mir wohlige Schauer über den Rücken und durch den ganzen Körper laufen. So geht es langsam aber zielstrebig Richtung Klitoris.
ANANDA selbst beschreiben das auf ihrer Website so: "Durch liebevolle Zwiesprache mit deinem Innersten und deiner Yoni erfahren wir die Kraft, den Drachen am Wegesrand zu begegnen und ihnen das "Sesam öffne Dich" zu entlocken." Nur soviel sei gesagt: Tantra gibt es auch mit Höhepunkt.
Am Ende bin ich tiefenentspannt und frisch geduscht, aber noch nicht voll befriedigt: "Wie kommt das Tantra zur Massage?", "Wie funktioniert die Paarmassage?" und natürlich: "Gibt es auch eine Genitalmassage für den Mann?"
Lest selbst das Interview mit Michaela Riedel. Michaela hat Tantrakurse und -ausbildungen sowie eine Ausbildung in Yin-Yang-Massage und erotischer Massage gemacht.
Interview mit Michaela Riedl
(Mitbegründerin der Massage-Praxis ANANDA):
Kommt es vor, dass Kunden durch eure Massage so angeregt werden, dass sie versuchen, euch in ein weiterführendes Liebesspiel zu verwickeln?
Bei Frauen passiert das eher selten, es kommt jedoch auch mal vor. Wir haben aber ganz klar definierte Grenzen. Es gibt keinen Verkehr und auch keinen oralen Sex. Das ist ganz klar. Und dennoch gibt es fließende Grenzen, die jede Frau für sich zieht und ziehen muss. Das ist eine sinnliche und erotische Massage und es geht um den energetischen Austausch der beiden Menschen. Das gehört auch zu der Massage.
Wie ist es bei den Männern? Versuchen die eher, die Grenzen aufzuweichen?
Das passiert öfter. Sie probieren öfter aus und verwickeln einen in ein Spiel. Dieses Spiel gehört auch irgendwie zur Massage. Ich frage mich, ob manche Männer wirklich über die Grenzen gehen würden, oder ob sie einfach nur gerne damit spielen. Wir spielen auch gerne, doch die Grenzen werden eingehalten. Das macht auch die Massage zu einer sinnlichen Massage.
Vielleicht wird euer Angebot bewusst missverstanden?
Ja, das ist so. Wir klären aber alles in einem Telefonat vorher ab. Manche Prostituierte umschreiben die Dinge die sie machen, deshalb denken einige Männer, dass wir es auch so machen und doch etwas anderes tun. Es kann also schwierig werden. Einige sind total enttäuscht, weil sie keinen Verkehr mit uns haben können.
Wenn es während der Massage zu weit geht, ziehen wir verbal unsere Grenzen, doch meistens reicht es völlig aus, die Hand, die sich zu weit vorgewagt hat, wieder liebevoll an den richtigen Platz zu legen.
Wie muss ich mir eine männliche Genitalmassage vorstellen? Ist der Orgasmus inklusive?
Es gibt bei uns kein Ejakulationsverbot. Es geht aber auch ganz klar nicht darum, jemanden unbedingt dahin zu steuern. Wir versuchen, Energie in Fluss zu bringen. Wir beobachten, was der Mann gerade braucht und versuchen, es auf jeden Fall rund zu machen. Bei manchen Männern ist es mehr rund, wenn sie nicht ejakulieren. Alles andere würde sie aus der entstandenen Entspannung zerren oder sie befinden sich gerade in einem emotionalen Zustand, in der eine Ejakulation zu stark ist.
Manche Männer glauben auch, unbedingt eine Ejakulation und Erektion haben zu müssen, weil sie sonst keine richtig funktionierenden Männer sind. Auch hier versuchen wir klar zu signalisieren, dass wir ihre Sexualität auch ohne Erektion und Ejakulation respektieren.
Wir bieten den Männern bei der zweistündigen Massage die ausführliche Lingam-Massage1 an, so beschäftigen wir uns sehr intensiv mit ihrer Sexualität.
Oft ist die Ejakulation ein Energieverlust, sie kann aber auch ein Energiegewinn sein. Es gibt bei uns das Angebot, bewusst die Ejakulation zurückzuhalten und die Energie im Körper zu nutzen. Mit dem Big Draw 2) kann die sexuelle Energie im Körper zum fließen gebracht werden. Letztendlich wollen wir, dass ein Mann, der öfter zu uns kommt, diese Erfahrung mal macht und dann selber gucken kann, was er davon mitnimmt und was nicht.
Das kann sicherlich eine sehr bereichernde Erfahrung für Männer sein?
Ich denke, dass es da zwei Sachen gibt. Erstens: den Männern wird klar, dass sie nicht immer ejakulieren müssen und zweitens zeigt es einen Weg, die Ejakulation zu verlängern und auszudehnen. Viele Männer leiden darunter, dass sie viel zu schnell ejakulieren. Dann gibt es Schwierigkeiten, weil die Frau eher etwas länger braucht, bis sie kommt. Hier besteht die Möglichkeit, die Steuerung zu üben
Während der Massage zieht ihr euch teilweise aus und berührt eure Kunden mit euren Haaren und Brüsten. Ist das ein Problem
für die Kunden?
Es ist immer ein Thema. Bei den Gästen und auch bei uns. Wir setzen uns ständig mit dem Thema Grenzen auseinander und es hat viel mit einer inneren Stärke und persönlichen Haltung zu tun. Es bedarf der Bereitschaft, sich ständig zu reflektieren und das Ganze mit einer inneren Vision zu füllen, die einem Kraft gibt. Wir suchen uns Frauen, die gefestigt sind und ihre Grenzen kennen. Sie sollen sich mit ihrer Arbeit auseinandersetzen und nicht nach getaner Arbeit die Tür hinter sich schließen und nichts mehr damit zu tun haben wollen.
Für Männer ist es weniger ein Problem, Sinnlichkeit von einer unbekannten Person zu empfangen. Sie muss ihnen oft allerdings vom Äußeren gefallen. Für Frauen hingegen ist es wichtig, dass sie sich sicher fühlen und der Tantra-Masseurin vertrauen. Meist suchen sie sich eine ganz bestimmte Person aus, zu der sie öfter gehen. Sie trauen sich dann erst mehr.
Männer sind natürlich am Anfang auch schüchtern, doch man sieht ihnen an, dass sie einfach mehr Erfahrung in der Hinsicht haben und damit lockerer umgehen können.
Eure Massage ist eine Mischung aus verschiedenen Massagetechniken. Klassische, Thai-, Hand- und Fußreflexzonenmassage und Akupressur sind dabei. Ihr seid also keine strenggläubigen Tantriker?
Im ursprünglichen Sinn gibt es gar keine Tantramassage. Tantra ist kein Dogma und auch keine Religion, es ist einfach eine Philosophie, die ursprünglich aus Indien kommt. Dort geht es darum, mit verschiedenen Techniken - und es gibt sehr viele – eine Verbindung zwischen Spiritualität und Sexualität zu schaffen.
Wie kann man sich diese Verbindung genau vorstellen?
Das sieht natürlich bei jeder Person anders aus. Sexualität ist unsere größte Energiequelle. Wenn man versucht, diese in Fluss zu bringen, ist das eine Bereicherung fürs ganze Leben.
Vielleicht merkt man, dass einem etwas nicht gefällt oder nicht funktioniert. Dann macht man sich auf den Weg und probiert etwas Neues aus. Je mehr du dann diesen Bereich heilst und je mehr du zulässt, desto schönere Erfahrung wirst du haben. Das kann wiederum dein Bewusstsein im Alltag verändern.
Du hast eine Yoga-Tantra Ausbildung. Was ist die Verbindung von beidem?
Die Anknüpfungspunkte liegen darin, dass du mit Yoga deinen Körper dehnbarer und durchlässiger machst und ihn vorbereiten kannst. Ich denke, wenn du intensiv Tantra machst, dann kommst du unter Umständen mit ziemlich starken Energien in Berührung. Es ist gut, einen Körper zu haben, der diese Energien halten kann. Das ergänzt sich total gut!
Sind nicht Europäer allgemein verklemmt und sexfeindlich verglichen mit anderen Kulturen?
Momentan kann man hingucken wo man will, es sind alle irgendwie sexfeindlich. Man hört ja immer wieder, dass die alten Hawaianer und die alten Inder offener waren. Ich habe sie ehrlich gesagt noch nie getroffen. Ich bin erst letztlich in Indien gewesen und muss sagen, dass dort nichts sinnlich oder erotisch ist. Dort gibt es das Thema nicht! Dort sind die Männer froh, wenn sie ihre Frauen mal nackt sehen dürfen. Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir Europäer zuerst mal aufgeklärt, ob wir jetzt verklemmter sind kann ich so nicht sagen.
Wie sieht eigentlich eine Paarmassage aus?
Bei einer Paarmassage kann das Paar in einem Raum oder in getrennten Räumen massiert werden. Wenn sie in getrennten Räumen massiert werden, haben sie zur gleichen Zeit ein schönes Erlebnis, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Sie können sich hinterher austauschen und vielleicht zu Hause ihr Liebesleben damit bereichern. Gehen sie gemeinsam in einen Raum, dann liegen sie nebeneinander und werden von je einer Frau massiert. Am Anfang findet ein kleines Ritual statt und am Schluss haben sie noch Zeit, alles gemeinsam ausklingen zu lassen.
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1 Lingam-Massage
Männliche Genital-Massage mit taoistischen Techniken, die bewirken, dass die Energien vom Genitalbereich im ganzen Körper verteil werden
2 Big Draw
"Das große Emporziehen". Der Empfänger nimmt einen tiefen Atemzug, konzentriert sich auf den Lingam und hält mindestens eine Minute lang die Luft an. Das Hochziehen bringt die erotische Energie in den Körper. Dann wird losgelassen und alles entspannt.
Das große Rubbel-Los
Gehobene Orgasmusweihen durch Penisreflexzonen-Massage
"Kaldewei mit Namen hält stets zurück den Samen," heißt es bei Botho Strauß. Und wir wissen, was er meint. Denn jeder hat es schon mal versucht. Die einen stellen sich ihren buckligen Schulrektor nackt vor, die anderen eine Unfallverletzung und wieder andere werden handgreiflich und drücken sich aufs Perineum. Dieser Akupressurpunkt liegt in der Mitte zwischen Anus und Hodensack und bewirkt Wunder. Presst man ihn kurz vor der Ejakulation hart genug, dann wird der Samen nicht ejakuliert, sondern vom Blut aufgenommen. Weil es aber trotzdem zum Orgasmus kommt, wird die Druckstelle im Taoismus auch Punkt der Million Goldstücke genannt. Doch halt. Von einem taoistisch-tantraistischen Superorgasmus sind wir noch weit entfernt.
Das größte Missverständnis von Tantra-Novizen ist nämlich das militante Zurückhalten ihrer Ejakulation. Wer sich mit aller Kraft auf das Nicht-Kommen konzentriert, verkrampft und blockiert damit den freien Energiefluss. Diese Erfahrung hat auch Michaela Riedl gemacht. Sie führt seit 1998 zusammen mit Martina Weiser eine Tantra-Massagepraxis in Köln. Die Lingam-Massage (Lingam=Penis) ist nicht ihr Aushängeschild – zu groß die Angst, mit exotischen Massagesalons verwechselt zu werden. Aber im Rahmen der zweistündigen Ganzkörpermassage, die sämtliche erotischen Lebensenergien weckt, wird eben auch eine Erektion nicht stiefmütterlich behandelt. "Ein erigierter Penis ist für uns immer willkommen. Schließlich symbolisiert er eine sehr positive sexuelle Energie," erklärt die Tantra-Masseurin. Was den Männern schwer fällt, ist das Haushalten mit dieser Energie. Zu gern möchten sie sie aufs Geratewohl verschleudern. Sprich: selbst esoterisch vorgebildete Männer ejakulieren gerne und zügig. Michaela Riedl sieht das aber nicht doktrinär. "Unsere Kunden sollen das selber entscheiden, was sich für sie in dem Moment am schönsten anfühlt".
The Big Draw
Orgasmus ohne Energie-Entladung
Wer so vor die Qual der süßen Wahl gestellt wird, entscheidet sich oft für den Spatz in der Hand – also für die schnelle Energie-Entladung in Form einer handelsüblichen Ejakulation. Der sogenannte "Big Draw" nämlich gelingt den wenigsten beim ersten oder zweiten Besuch. Doch das macht nichts, findet Michaela Riedl: "Die Männer beginnen mit ihrer Ejakulation spielerischer umzugehen. Wir versuchen, sie bis an den Rand der Ejakulation zu massieren und streichen die angesammelte Energie dann wieder im Körper aus."
Nach ein paar Mal ahnt Mann, welche Wonnen ein Ganzkörperorgasmus bieten kann. Den erreicht der gelehrige Schüler aber nur, nachdem er viel mit Atmung und Muskelspiel experimentiert hat. Beim Big Draw gilt es, kurz vor dem Orgasmus die komplette Restluft aus dem Körper herauszuatmen um dann wieder tief einzuatmen. Sodann hält man die Luft an und spannt die komplette Muskulatur an. Wichtig dabei ist der After- und Halsverschluss, damit sich die Energie komprimiert. Diesen Zustand hält man solange, wie es geht. Dann wieder tief ausatmet und vollkommen loslassen, damit die sexuelle Energie durch den Körper fließen und zirkulieren kann. Das ist keine Magie, fühlt sich aber magisch an. Auf die Ejakulation kommt es dabei überhaupt nicht mehr an. Sie kann kommen, sie kann ausbleiben, sie kann sogar in die Blase gehen, von wo sie dann später mit dem Urin ausgepinkelt wird. Und sie kann sogar vom Blutkreislauf aufgenommen werden.
Doch selbst wer nicht bis zu den letzten Weihen vordringt, ist zutiefst befriedigt nach einer Tantra-Massage. "Der Körper wird in Schwingung versetzt. Mit Berührungen, die ich auch nach vielen Jahren Sexleben so nicht kennen gelernt habe," bekennt Jörg L. nach seiner ersten Tantra-Massage, die - so beteuert er - definitiv nicht seine letzte sein soll. "Es ist ein großes sexuelles Erlebnis, auch wenn es nicht so direkt wie Sex ist, weil man die Tantra-Masseurin natürlich nicht anfasst."
"Skilanglauf" und "Vaterunser"
Konfessionsübergreifende Techniken für zu Hause
Dabei sind die bei der Lingam-Massage angewandten Techniken keineswegs neu. Vielmehr machen sich die Masseure das jahrtausende alte Wissen der Taoisten zunutze. Denn ähnlich wie an Ohren und Füßen haben die Chinesen auch am Penis Reflexzonen entdeckt. Das den Hoden am nächsten Drittel des Penis-Schafts korrespondiert zum Beispiel mit Dickdarm, Niere und Harnblase; das mittlere Drittel mit Leber und Dünndarm; und das obere Drittel mit Milz, Magen und Bauchspeicheldrüse. Die Herz-Zone befindet sich in der Mitte der Eichel, und an der Austrittsstelle der Harnröhre lässt sich die Zirbeldrüse stimulieren.
Ob einem bei einer Nierenkolik eine Lingam-Massage wirklich Erleichterung bringt, mag bezweifelt werden. Aber zumindest kann man sich zu Hause mit ein paar einfachen Handgriffen Freude spenden. Etwa beim sogenannten "Skilanglauf", bei dem mit den Daumen rechts und links neben dem Vorhautbändchen massiert wird. Oder beim "Vaterunser": Die Hände werden wie beim evangelischen Gebet gefaltet. Sie umgreifen den Penis und rutschen hoch und runter. Richtig professionelle Lingam-Massagen sollte man allerdings Fachkräften überlassen. Und sich dabei heimlich die Tricks abschauen. Wer es aber ernsthaft an Herz und Nieren hat, ist vielleicht beim Internisten besser aufgehoben. Auch wenn das deutlich weniger reizvoll erscheint.